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Juni 2008
   
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VERBOTENES SPIEL

Eine streng geheime Korrespondenz zwischen Friederike Caroline Neuber und August Hermann Francke aus dem Jahre 1727

Das Stück „Verbotenes Spiel“ (Premiere am 9. Juni, 19.30 Uhr, in der Theatrale Halle) verhandelt das für die Stadt Halle im 18. Jahrhundert historisch verbürgte Theaterverbot in Form eines fiktiven Briefwechsels. Die beiden Korrespondenten sind die Leipziger Theaterprinzipalin Friederike Caroline Neuber (Margit Hallmann), die in Leipzig soeben ihre eigene Compagnie gegründet hat und mit diesem Ensemble nun auch die Nachbarstadt erobern will – und August Hermann Francke (Frank Roder), der im Abendlicht seines frommen und arbeitsamen Lebens die Festung Halle gegen den Angriff der Komödianten verteidigt. Als dritte Person mischt sich im Laufe der Handlung jener Hanswurst ein, den die Neuberin gemeinsam mit ihrem literarischen Mitstreiter Johann Christoph Gottsched eigentlich von der deutschen Bühne verbannen will. Und beiläufig wird natürlich auch das Schicksal jenes berühmten Sohnes der Stadt Halle diskutiert, der in London gerade grandiose Opernerfolge feiert – und für die musikalische Seite der Inszenierung sorgt.

Kern der amüsanten und pointierten Korrespondenz ist die Frage, ob das Theater nur ein Amüsierbetrieb – oder eben auch eine moralische Anstalt sei. Die Prinzipalin, die in ihrer Truppe bekanntlich streng auf die Moral achtete und damit entscheidend zur Achtung für ihre Kunst beitrug, wirbt bei dem pietistischen Prediger um Anerkennung und um Verständnis für ihr Konzept. Francke hingegen verteidigt sein vom preußischen König verliehenes Privileg, dass ihm quasi die Deutungshoheit über das gesellschaftliche Leben in den Stadtmauern von Halle sichert. Dass der Briefwechsel nebenbei auch der geistige Austausch zwischen einer jungen, resoluten Frau und einem älteren Herrn ist, der bald das Zeitliche segnen wird, sorgt für eine pikante Note. Am Ende wird die Neuberin in Halle Theater gespielt haben – direkt unter den Augen von Vater Francke, der ihr dafür zähneknirschend Applaus spenden muss. Dass sie trotzdem als betrogene Betrügerin dasteht, sichert dem Statthalter der Frömmigkeit ein moralisches Patt. Da kommt der Neuberin das königlich sächsische Privileg, in Leipzig ein festes Haus errichten zu dürfen, gerade recht …

Dass „Verbotenes Spiel“ unmittelbar im Vorfeld des Festivals „Theater der Welt“ in Halle laufen wird, sorgt für zusätzliche Spannung: Ausgerechnet jene Stadt, die im Sommer 2008 zum Zentrum der internationalen Bühnenkunst werden soll, besinnt sich damit auf eine kunstferne Epoche in ihrer Vergangenheit. Die Fragen, die zwischen der Neuberin und Francke verhandelt werden, erweisen sich als zeitlos aktuell. Mit dieser Theaterproduktion wird die Compagnia Il Caro Sassone in der „theatrale“ am Waisenhausring gastieren. Damit steht ein Spielort zur Verfügung, der mit seiner unmittelbaren Nähe zu der historischen Wirkungsstätte August Hermann Frankes dem „Verbotenen Spiel“ eine besonders reizvolle Authentizität verleiht.

„Verbotenes Spiel“ ist eine Produktion der Compagnia Il Caro Sassone (in Trägerschaft des Vereins Kultur und Bildung 05 e. V.) in Kooperation mit dem Nordharzer Städtebundtheater und mit Unterstützung der Stadt Halle und des Landesverwaltungsamtes.

Regie: David Ortmann
Darsteller: Margit Hallmann und Frank Roder
Buch: August Buchner
Produktion: Kaspar-Ludwig Stolzenhain

Premiere: 9. Juni 2008, 19.30 Uhr

Weitere Vorstellungen täglich bis zum 12. Juni jeweils um 19.30 Uhr in der Theatrale in Halle (Waisenhausring 2)

Kartenbestellung (fünf Euro, ermäßigt drei Euro) unter den Nummern 0345/5 23 12 70
und 0177/6 43 88 21, Mail: il-caro-sassone@web.de